Ein Tübinger Maler am Englischen Hof
Die Ausstellung zeigte die faszinierende Geschichte von Jeremiah Meyer, einem der großen Tübinger Künstler des 18. Jahrhunderts, der lange in Vergessenheit geraten war. Seine Reise vom schwierigen Leben in Tübingen zur glanzvollen Karriere in London ist bis heute einzigartig.
Wer war Jeremiah Meyer?
Geboren in Tübingen, begann Meyers Lebensweg in einfachen Verhältnissen. Mit 15 Jahren veränderte aber eine Erbschaft sein Leben: Er zog nach London, lernte bei berühmten Malern und stieg schnell zum gefeierten Miniaturmaler auf. 1764 wurde er sogar Hofmaler des Königs und war Mitbegründer der Royal Academy of Arts. Seine Werke sind heute in berühmten Sammlungen wie Windsor Castle und dem British Museum zu finden.
Was gAB es in der Ausstellung?
Die Ausstellung würdigte zum ersten Mal Meyers Leben und Werk. Neben seiner Biografie wurden seine Maltechnik und seine Bedeutung innerhalb der Porträtmalerei beleuchtet. Meyers Einfluss auf den Londoner Kunstbetrieb wurde ebenso thematisiert wie die Rolle der Miniaturmalerei damals und heute.
Katalog zur Ausstellung
Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen. Beiträge namhafter Autorinnen und Autoren würdigen darin erstmals den bedeutenden Künstler der Stadt: Neben seiner Biografie sind Meyers technische Errungenschaften, sein künstlerischer Stellenwert innerhalb der Porträtmalerei und seine tragende Rolle im Londoner Kunstbetrieb thematisiert, genauso wie Funktion und Nutzung der Miniaturen.
Jeremiah Meyer, der große Miniaturmaler des 18. Jahrhunderts aus Tübingen, war lange in Vergessenheit geraten. Seine Kindheit in Tübingen war geprägt von Not und Verlust. Erst eine Erbschaft veränderte seine Lebenssituation grundlegend: Mit seinem Vater konnte er in die Kunstmetropole London reisen, wo seine kometenhafte Karriere begann. Dort stieg zu einem der angesehensten Künstler seiner Zeit auf. Als königlicher Hofmaler erhielt er ein üppiges Einkommen und war darüber hinaus ein gefragter Porträtmaler des Londoner Bürgertums. Außerdem stand er mit den namhaftesten Künstlerkollegen der Zeit in engem Austausch und war an der Gründung der ersten Kunsthochschule Londons, der Royal Academy of Arts, beteiligt. Als Meyer 1789 in Kew bei London starb, galt er als unerreicht in seinem Genre.